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In den Sechziger Jahren formierte sich in Deutschland die studentische Außerparlamentarische Opposition, um das bürgerliche Establishment in seinem Elfenbeinturm zu erschüttern. Sie gewann durchaus große Sympathien beim Volk und bei den Medien.

Und heute? Geschichte wiederholt sich nicht, sagt die marxistische Dialektik. „Unter den Talaren, der Muff aus tausend Jahren“ trifft aber zumindest metaphorisch auch auf die aktuelle Situation im Lande zu. Man kann sich beispielsweise nur wundern, dass das bundesdeutsche Verfassungsgericht die gegenwärtigen Fehlentwicklungen trotz zahlreicher Verfassungsbeschwerden und Anträge offenbar nicht zur Kenntnis nehmen will. Anträge werden ohne Begründung gar nicht erst angenommen und man gerät zunehmend in den Verdacht, die juristische Klärung der wichtigsten Fragen vorläufig aussitzen zu wollen – um nicht in Konflikt mit der herrschenden Politik zu geraten?

Wohin also mit der zunehmenden Dysfunktionalität demokratischer Organe? Die APO von damals suchte ihr Heil in den Irrlehren von Mao und Ho Chi Minh. Mit ihrem Gang in die Institutionen hat sie die feuchten Träume einer totalitären „Ratio“ in die Verwaltungen, Ministerien und politischen Gremien getragen, mit der wir uns heute herumschlagen müssen. Dort geht nun das berühmt-berüchtigte Gespenst einer Transformation um, die den Gestaltungswillen und die Eigenverantwortlichkeit des Bürgers als ureigene demokratische Eigenschaften abschaffen will.

Die APO von heute zeigt sich im Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen und das Impf-Regime und beruft sich im Gegensatz zu damals auf das Grundgesetz. Der heutige Protest ist politisch allerdings nicht so homogen und deshalb auch nicht so wirkmächtig, er erstreckt sich quer durch die Bevölkerung. Der Unmut hat sich in der breiten, bürgerlichen Mitte festgesetzt. Umso absurder erscheint die Dämonisierung durch die Politik und einschlägige Medien. Noch nie wurde der „Normalo“ derart zum Staatsfeind erklärt.

Die Punk-Ikone der ersten Stunde, John Lydon von den Sex Pistols, hat das Phänomen kongenial zusammengefasst:
„Ich hätte nie gedacht, dass ich den Tag erleben würde, an dem die Rechten zu den Coolen gehören, die dem Establishment den Mittelfinger zeigen, und die Linken zu den wehleidigen, selbstgerechten Trotteln werden, die alle anderen an den Pranger stellen.“

Ihnen ein schönes Wochenende!
Ihre Redaktion Achgut.com


Parallelen zwischen dem Widerstand gestern und heute zeigt Christoph Lövenich auf.


Seinerzeit weitete sich die Demokratie aus, heute verengt sie sich – nicht nur im Versammlungsrecht. Die 68er-APO durfte sich zudem größerer Sympathien in den Mainstream-Medien erfreuen (von der Springer-Presse einmal abgesehen) als die heutigen Corona-Protestler. Ironischerweise, denn es wimmelte nur so vor Anhängern Maos, Ho Chi Minhs und Che Guevaras, also verfassungsfeindlichen Extremisten, während die Kritiker der Corona-Politik im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Grundgesetz in der Hand unterwegs sind.
Den kompletten Beitrag lesen Sie hier: „Die APO ist wieder da – und keiner hat’s gemerkt“