Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen tragen inzwischen erheblich zum Abfallaufkommen in Deutschland bei. To-Go- und Picknick-Abfälle sind immer häufiger an Stränden und Flussufern zu finden.


Papier, Pappe und Karton (PPK) sind mit 220.000 Tonnen Abfall gewichtsbezogen das dominierende Material.


Daneben spielt Kunststoff mit über 105.000 Tonnen bzw. 30 Prozent eine bedeutende Rolle. Aluminium und Naturmaterialien (zum Beispiel Zuckerrohr, Palmblätter, Bambus, Weizenkleie und Holz für Einwegbesteck, Einwegteller und Einwegschalen) fallen weniger ins Gewicht, verzeichnen allerdings sehr hohe Steigerungsraten. Sogenannte Biokunststoffe sind der Kunststofffraktion zugeordnet. Über 60 Prozent der Abfälle aus Papier, Pappe und Karton sowie die Hälfte der Kunststoffabfälle fallen auf den Verbrauch von Einwegtellern, Einwegboxen und Ähnliches für Speisen. Hinzu kommen noch Einwegteller und -schalen, die Privathaushalte als Party- oder Picknickbedarf unbefüllt gekauft haben.) das war 2017

Der Verbrauch von Verpackungen in Deutschland nimmt weiter zu - er stieg 2018 erneut auf ein Rekordhoch von 18,9 Millionen Tonnen. Jeder einzelne Bürger produzierte rechnerisch 227,5 Kilogramm Verpackungsabfall.

Der Kaffee zum Mitnehmen, das Abendessen vom Lieferservice, der Joghurt in kleinen Einzelportionen: Auch im Jahr 2018 wurden in Deutschland wieder mehr Verpackungen verbraucht. Dem Umweltbundesamt (UBA) zufolge stieg die Müllmenge somit auf 18,9 Millionen Tonnen. Rechnerisch waren das etwa 227,5 Kilogramm pro Kopf und damit noch einmal ein Kilo mehr als im Vorjahr.

Private Verbraucher hatten daran erneut einen Anteil von 47 Prozent. Sie produzierten über 8,9 Millionen Tonnen Verpackungsmüll oder 107,7 Kilo pro Kopf - ein Prozent mehr als 2017 und ganze 20,6 Prozent mehr als noch 2010. das war 2020 Tagesschau


 „Wir waren eine rein linear ausgerichtete Wirtschaft: Einer produzierte, einer verkaufte, einer verpackte, einer verbrauchte, und am Ende wurde weggeschmissen. Und dies war die Grundlage von wirtschaftlichem Wachstum und von Steigerung des Bruttosozialprodukts.“


4,3 Millionen Tonnen Plastikverpackung wurden 2020 laut Industrievereinigung Kunststoffverpackungen in Deutschland produziert (Statista / Industrievereinigung Kunststoffverpackungen)


Die Menge des Verpackungsmülls ist aber nur das eine. Für die Müllverwertung ist noch entscheidender, woraus der Abfall besteht. Verpackungen, die aus mehreren Materialien zusammengesetzt wurden, lassen sich zum Teil nur schwer oder gar nicht mehr trennen und können entsprechend auch nicht recycelt werden. Henning Wilts vom Wuppertal Institut: „Die Hersteller haben in der Vergangenheit ganz viele Verpackungslösungen auf den Markt gebracht, wo ihnen jeder Recycler auch vorher hätte sagen können: Damit können wir nichts anfangen.“


Deutschland ist der führende Umweltvermüller Europas

Je mehr Kinder, Jugendliche und heranwachsene Menschen in Deutschland leben, umso mehr vermüllt Deutschland nicht nur das eigene Land, sondern zusätzlich Europa und die ganze Welt. Deutschland ist die Umweltpestilenz 


Trotz des Baseler Übereinkommens, das auch Deutschland unterschrieben hat, welches den Export von technischem Schrott aus Europa verbietet. So werden dennoch monatlich etwa 500 Container – Ladungen voller Elektroschrott – nach Afrika verschifft.

Berlin hat seinen Ruf weg als dreckigste Stadt der Welt.


In einigen Vierteln wird illegal Sperrmüll abgeladen − auf Instagram gibt es fotografische Müllsammlungen, die das Problem ästhetisieren. Ein Blick nach Neukölln: Wie sind Straßen gestaltet oder nicht gestaltet, die Müllberge anziehen?

„Hundekacke, ‚ne Zahnbürste, ‚ne Caprisonne, ‚ne Mehrliterflasche mit destilliertem Wasser, eine zugeschneite Matratze mit Streusalz. Und noch ein Teppich ist hier auch.“

Berlin-Neukölln, Emserstraße. Eine dieser Straßen, die Eingeweihte gerne als „Möbelstrich“ bezeichnen. Möbelstrich. Eine wunderbare Wortschöpfung, die das Elend mit dem Sperrmüll auf den Punkt bringt.

„Und drumherum sammeln sich natürlich weitere Abfälle: Schnapsflaschen, Zigarettenverpackungen, noch mehr Hundekacke, Apfelstücke. Und ein halber Schreibtischstuhl.“